Eine Ausstellung für die Seele

Schwester Christamaria Schröter zeigt in der Kronacher Synagoge Meditationsbilder. Die Ordensfrau von der Christusbruderschaft Selbitz steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Heilungsräume“

Von Heike SchüleinBei der Vernissage der Ausstellung „Heilungsräume“ zeigten sich die Gäste beeindruckt von der Aussagekraft der Meditationsbilder

Kronach. Die Musik des Flötenensembles des Evangelischen Bildungswerks durchdringt die Synagoge. Die sanften Klänge lassen die Besucher ihre Herzen öffnen für die Bilder, die die Wände der ehemaligen Gebetsstätte zieren. „Heilungsräume“ heißt dieser Zyklus, der seine Wirkung auf Körper und Geist nicht verfehlt – Bilder, in die man sich hinein vertiefen kann, die einen schwerelos ins eigene Ich reisen lassen und Erlebtes widerspiegeln. Bilder, die Energie freiwerden lassen und die hoffnungsfroh stimmen. Könnte es einen passenderen Ort für diese Kostbarkeiten geben, von denen eine nur schwer in Worten zu fassende Wirkung auf Körper und Geist ausgeht? So sah das auch Pfarrer Dr. Hans Häselbarth, dem bei der Vernissage eine stimmige Einführung in Vita und Werke der Künstlerin gelang. „Eine Ausstellung mit dem Thema ‚Heilungsräume‘ gerade an dieser Stelle ist kein Zufall und muss uns alle bewegen“, zeigte er sich sicher. Es sei ungewöhnlich und vielleicht auch einmalig, dass eine evangelische Ordensfrau Bilder zeige, die etwas von ihrem inneren Erleben aussagen.

Schwester Christamaria Schröter gehört zur Kriegsgeneration und hat Traumatisches auf der Flucht der Familie aus Schlesien erlebt. 1951 trat sie mit 17 Jahren in die eben gegründete Christusbruderschaft in Selbitz ein. Hier fand sie ihre neue geistliche Heimat, von der aus ihr ein Studium ab der Kunstakademie ermöglicht wurde. Mit Malerei, Architekturgestaltung wie Mosaiken und Glasfenstern, ihren Bildern und Texten sowie Textilgestaltung ist sie über Oberfranken hinaus bekannt geworden. „In ihr begegnen wir einer sensiblen und engagierten Christin, die das Zeitgeschehen mit wachen Sinnen beobachtet und seit Jahren bei Buchmessen und Kirchentagen präsent ist“, würdigte der Pfarrer. „Meine Bilder entstehen aus dem Leben heraus, im ‚Hinschreiben‘ an Gott. Ihm überlasse ich, was er zu den Menschen hin übersetzt“, hat Schwester Christamaria, die den Zyklus der elf großformatigen Bilder geschaffen hat, einst gesagt. In entsprechenden Textzugängen setzt sie sich mit der Beziehung zwischen Gott und Mensch auseinander. Es ist gerade diese stimmige Symbiose zwischen Wort und Bild, die die bereits beim Kirchentag in Hamburg zu sehende Ausstellung berührend werden lässt.

Eingeladen hatte das Evangelische Bildungswerk der Dekanatsbezirke Kronach-Ludwigsstadt und Michelau. Dessen pädagogischer Leiter und Geschäftsführer Joachim Wegner hatte die vielen Gäste ebenso willkommen geheißen wie Odette Eisenträger-Sarter vom Aktionskreis Kronacher Synagoge. Laut Wegner habe man die Ausstellung im Vorfeld zum Themenjahr 2015 „Reformation – Bild und Bibel“ organisiert.

Mit sanften Klängen eröffnete das Flötenensemble des Evangelischen Bildungswerks die Vernissage der Ausstellung „Heilungsräume“

Mit sanften Klängen eröffnete das Flötenensemble des Evangelischen Bildungswerks die Vernissage der Ausstellung „Heilungsräume“

Fotos: Joachim Wegner